Warum deine Website das Herzstück deiner PR ist – und Social Media nur die Einladung
Hand aufs Herz: Hast du dir schon mal überlegt, was passiert, wenn Mark Zuckerberg morgen früh aufsteht und beschließt, dass dein Business-Profil nicht mehr in seine Vision passt? Oder wenn der Algorithmus von LinkedIn über Nacht entscheidet, dass deine Beiträge nur noch deinem engsten Familienkreis angezeigt werden?
In meinen Beratungsgesprächen als Marketing- und PR-Experte höre ich oft die Frage: „Brauche ich heute überhaupt noch eine eigene Website? Ich baue lieber meine Community auf Instagram auf, das ist viel direkter!“
Meine Antwort ist immer dieselbe: Baue niemals dein Haus auf gemietetem Land.
Heute räumen wir mit dem gefährlichen Irrglauben auf, dass Social Media eine eigene Website ersetzen kann. Wir schauen uns an, warum deine Website das unersetzliche Fundament deiner PR ist und wie du sie als echten Türöffner für Journalisten nutzt.
🎧 Jetzt hören: GLATTERs PR AKADEMIE – Überall, wo es Podcasts gibt
Die „Miet-Falle“: Wer bestimmt hier eigentlich die Regeln?
Stell dir soziale Netzwerke wie eine schicke Party-Location vor, die du für dein Event gemietet hast. Es ist super dort: Die Leute sind schon da, die Drinks sind kühl und die Stimmung ist gut. Aber – und das ist ein riesiges Aber – dir gehört der Laden nicht.
Der Vermieter bestimmt die Regeln. Er kann jederzeit die Miete erhöhen, die Tür schließen oder die Gäste aussortieren. In der digitalen Welt bedeutet das für dich:
-
Der Algorithmus-Blues: Von heute auf morgen erreicht dein Content nur noch einen Bruchteil deiner Follower. Deine Reichweite ist nicht dein Eigentum, sie ist eine Leihgabe.
-
Account-Sperren aus dem Nichts: Ein technischer Fehler oder eine falsche Meldung durch Dritte und dein Profil ist weg. Damit ist auch deine gesamte PR-Historie gelöscht.
-
Design-Diktat: Du kannst dich nur so präsentieren, wie es die Plattform zulässt. Echte Individualität? Fehlanzeige.
Deine Website hingegen ist dein Eigentum. Hier bist du der Schlossherr. Du bestimmst das Design, die Tiefe der Infos und – ganz wichtig – hier hat deine Botschaft Bestand. Während Social Media flüchtig ist, ist deine Domain deine digitale Homebase.
Die Website als deine „Single Source of Truth“
In der PR brauchen wir Klarheit. Wir brauchen einen Ort, an dem Informationen offiziell, korrekt und jederzeit abrufbar sind. Wir nennen das die „Single Source of Truth“.
Social Media ist laut und schnelllebig. Ein Post von letzter Woche ist heute schon unter einer Lawine aus neuen Inhalten begraben. Wenn ein potenzieller Partner, ein Kunde oder ein Journalist wirklich wissen will, wer du bist und was du tust, wird er nicht drei Stunden durch deinen Instagram-Feed scrollen. Er will Fakten – und zwar schnell.
Auf deiner Website hast du den Platz für Tiefe. Hier erklärst du in Blog-Artikeln komplexe Zusammenhänge, präsentierst Fallstudien und zeigst deine Vision. Sie ist dein Ankerplatz, der signalisiert: „Wir sind seriös. Uns gibt es wirklich. Wir sind gekommen, um zu bleiben.“
Warum Journalisten keine Zeit für Schnitzeljagden haben
Lass uns kurz in den Kopf eines Redakteurs schlüpfen. Er steht unter massivem Zeitdruck. Wenn er durch einen deiner Social-Media-Posts auf dich aufmerksam wird, ist sein erster Schritt immer derselbe: Er googelt dich.
Landet er dann auf einer veralteten Seite oder – noch schlimmer – findet er gar keine Website, sondern nur ein Facebook-Profil, hast du meistens schon verloren. Warum? Weil du ihm die Arbeit schwer machst.
Dein Pressebereich: Der rote Teppich für die Medien
Ein Journalist braucht für seine Story handfeste Dinge:
-
Ein offizielles, hochauflösendes Logo.
-
Professionelle Porträtfotos von dir (mit geklärten Bildrechten!).
-
Eine kompakte Faktenbox (Wann gegründet? Was genau ist das Angebot?).
-
Aktuelle Statements oder Pressemitteilungen.
Wenn er das alles auf deiner Website in einem übersichtlichen Pressebereich findet, ist die Hürde für ihn minimal. Du signalisierst Professionalität. Eine gute Website sagt: „Ich bin vorbereitet. Du kannst mit mir arbeiten.“ Ein Link zu einem LinkedIn-Post ersetzt das niemals.
Volle Kontrolle über die „User Journey“
Auf Social Media bist du nie allein. Während jemand dein Video schaut, poppt daneben die Werbung deiner Konkurrenz auf oder das nächste lustige Katzenvideo lenkt ihn ab. Die Aufmerksamkeitsspanne ist dort so dünn wie Pergamentpapier.
Auf deiner Website führst du die Regie. Du nimmst den Besucher an die Hand:
-
Du weckst das Interesse durch ein starkes Statement.
-
Du baust Vertrauen auf durch Referenzen und Expertise.
-
Du führst ihn gezielt zur Kontaktaufnahme.
Hier gibt es keine Ablenkung, kein fremdes Branding und keine Algorithmen, die den nächsten Klick diktieren. Du schaffst eine Markenwelt, in der nur deine Botschaft zählt.
Vertrauen in Zeiten von Fake News
Wir leben in einer Ära, in der Profile in Sekunden gefälscht werden können. Ein blaues Häkchen kann man sich heute kaufen – echtes Vertrauen muss man sich verdienen.
Deine Website mit einem ordentlichen Impressum, einer klaren Datenschutzerklärung und einer „Über uns“-Seite, die echte Gesichter zeigt, ist ein unverzichtbares Signal für Seriosität. Bevor ein B2B-Kunde bei dir unterschreibt oder ein Medium über dich berichtet, prüfen sie dein digitales Fundament. Ist es stabil? Oder ist es nur eine glitzernde Fassade auf einer Social-Media-Plattform?
Die Synergie macht’s!
Versteh mich nicht falsch: Du sollst Social Media nicht löschen! LinkedIn, Instagram und Co. sind fantastische Wegweiser. Sie sind die Marktplätze, auf denen du laut sein darfst, Gespräche beginnst und Menschen neugierig machst.
Aber denk immer daran: Social Media ist der Wegweiser, deine Website ist das Ziel.
Nutze die sozialen Netzwerke, um die Menschen abzuholen, aber führe sie immer wieder zurück auf dein eigenes Land. Sorgen dafür, dass dein Fundament steht, bevor du das Dach deckst. Eine Website, die klar und wirksam kommuniziert, ist die beste Versicherung für deine langfristige PR-Strategie.
Investiere in deine Basis. Sei nicht nur ein Gast auf fremden Plattformen, sondern der Gastgeber auf deiner eigenen digitalen Homebase.

Unsplash / Domenico Loia
