Der Dresdner Theaterkahn will nach sechs Monaten stillstand im September als eines der ersten städtischen Schauspielhäuser wieder öffnen.

Seit Mitte Mai dürfen Theatervorstellungen in Sachsen wieder stattfinden. Trotzdem sind noch immer viele Schauspielhäuser geschlossen. Ein Grund: Wegen der strengen Abstands- und Hygieneregeln lassen sich die Aufführungen nur schwer wirtschaftlich gestalten. Der Theaterkahn in Dresden wagt trotzdem den Vorstoß.

Immer zwei Stühle stehen im relativ kleinen Saal auf dem Dresdner Theaterkahn nebeneinander. Dazwischen ist jeweils 1,50 Meter Platz. "Statt der üblichen 216 Plätze bekommen wir genau 100 hinein", sagt Geschäftsführer Holger Böhme. "Aber wir sind froh, dass wir wieder anfangen können." Die letzte Vorstellung war am 13. März - ein wahrlich schwarzer Freitag in der Geschichte des Theaters. Nun soll es wieder losgehen. Hoffnungen, die durch die Corona-Pandemie leer gefegte Theaterkasse zu füllen, hat Böhme aber trotzdem nicht. Denn selbst bei voller Auslastung würden die Einnahmen aus dem Kartenverkauf bei weitem nicht ausreichen, um die Kosten zu decken.

Die Leute sind vorsichtig. Der September ist noch zurückhalten. Aber ich hoffe, dass sich das noch entwickelt.

Holger Böhme | Intendant und Geschäftsführer Dresdner Theaterkahn

Die Veranstaltungen sind nur möglich, weil das städtische Kulturamt rund 18.000 Euro für den September zur Verfügung stellt. Das Geld reicht, um die offenen Rechnungen zu bezahlen und die ersten Aufführungen durchzuführen. Spätestens im Oktober muss sich das Theater dann selbst tragen. Kabarettist Peter Flache wird nach der langen Pause als erster auf der Bühne stehen. "Es haftet dem Ganzen eine merkwürdige Stimmung des nicht ganz richtigen, des nicht normalen an", sagt der Künstler. Freunde und Familie würden sich zwar freuen, dass Flache endlich weiter arbeiten kann, aber so ganz wohl scheint dem Kabarettisten dann doch nicht zu sein. "Wir müssen uns erstmal abklopfen", meint Flache. Also, das Publikum und der Künstler. Denn nach so einer langen Pause und noch dazu nach Lockdown, Abstand halten und Maske tragen, ist unklar, wie das Publikum reagiert. Flache wird den Vorstoß nun wagen. Will Witze erzählen, die Menschen unterhalten. Denn Comédie ist nun die einzig richtige Antwort, meint er.