Die Sächsische Dampfschiffahrt will in den kommenden Wochen einen neuen Investor suchen. Darauf hat sich die Geschäftsführung verständigt.

Die Sächsische Dampfschiffahrt will in den kommenden Monaten einen neuen Investor suchen. Mit dem Investor soll die Sanierung der Dampferflotte vorangetrieben werden. Das Unternehmen hatte wegen Zahlungsschwierigkeiten am 3. Juni 2020 beim Amtsgericht Dresden einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

Der erste Schritt: Ab sofort ist Burkhard Jung Teil der Geschäftsführung. Der Unternehmensberater fungiert dabei als Sanierungsgeschäftsführer. Ziel sei es, dass sich die beiden bisherigen Geschäftsführer um das operative Geschäft kümmern. Burkhard Jung soll den Insolvenz- und Sanierungsprozess begleiten.

Man muss sagen, die Corona Schäden, die die Gruppe hat hinnehmen müssen, waren so erheblich, dass es keine im rechtlichen Rahmen mögliche Finanzierungshilfen gab, die das hätten auffangen können. Wir haben uns deswegen dazu entschieden, den Insolvenzantrag zu stellen.

Burkhard Jung, Neuer Teil der Geschäftsführung

Corona-Schäden zu groß

Dampfschiff Gräfin CoselDas Schiff Gräfin Cosel (Foto: Florian Glatter)Durch die Corona-Pandemie konnte das Unternehmen zuletzt keine Gehälter mehr zahlen. Diese werden nun für drei Monate von der Agentur für Arbeit übernommen. Laut Burkhard Jung soll dieser Zeitraum dafür benutzt werden, einen neuen Investor zu suchen. "Das ist eine gute Möglichkeit um zu einer Entscheidung zu kommen", sagte Jung.

Wir konnten verkündigen, dass die Gehälter nun überwiesen werden können. Heute spätestens Dienstag. Insofern ist dort Ruhe eingekehrt und die wollen auch fahren.

Karin Hildebrand, Geschäftsführerin

Corona war für uns ein Tiefschlag. Wir haben viele Jahre daran gearbeitet, die Dampfschiffahrt wetterunabhängiger zu machen. Das ist uns gelungen und wir waren fast durch mit dem Thema. Dann kam Corona.

Jeffrey Pötzsch, Geschäftsführer

VVO möglicher Investor

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte zuletzt eine mögliche Beteiligung des Verkehrsverbundes Oberelbe ins Spiel gebracht. Auch der Verband bekundete Interesse. Die Voraussetzungen seien bereits gegeben. Allerdings müsse die Gesellschaft zunächst finanziell abgesichert werden. Der Betrieb dürfe kein Zuschussgeschäft sein.

Man denkt natürlich über alles nach, aber es ist momentan zu früh, darüber zu befinden. Da gibt es auch die entsprechenden Fachleute, die das alles bearbeiten.

Karin Hildebrand, Geschäftsführerin