Zum ersten Mal haben heute Künstler und Veranstalter wegen den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie protestiert. Die Branche verlangt eine bessere Unterstützung von Land und Bund.

Knapp 1.000 Künstler haben heute Vormittag lautstark auf dem Dresdner Theaterplatz protestiert. Sie fordern eine nicht Rückzahlbare Soforthilfe von mindestens zehn Prozent des entstandenen Schadens und eine Nutzung dieser Soforthilfe auch für die Lebenshaltungskosten.

Schauspieler Peter AndersSchauspieler Peter Anders beim Protest von Künstlern und Veranstaltern in Dresden. (Foto: Florian Glatter)Schauspieler Peter Anders stand am 18. März noch bei einer Generalprobe auf der Bühne. Kurz danach wurden Veranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt. Für den Schauspieler ist das eine schwere Zeit, denn er lebt nach eigenen Angaben nur von Honorarzahlung zu Honorarzahlung. Möglichkeiten, sich Reserven anzusparen hat er nicht. Deswegen ist er dringend auf finanzielle Hilfen angewiesen.

Bisherige Soforthilfe funktioniert nicht

Zwar sind die bisherigen Soforthilfeprogramme von Bund und Land umfangreich, doch dürfen diese nur zur Deckung der Betriebskosten genutzt werden. Schauspieler wie Peter Anders zahlen jedoch keine Miete für Gewerbliche Räume und brauchen keine teure Ausrüstung. Stattdessen arbeitet der Künstler von zu Hause, probt, lernt und übt hier täglich. Mit der Ausweitung des Soforthilfeprogrammes wäre ihm geholfen.

"Ohne uns ist Stille"

Kunst11Demonstranten halten Schilder mit Berufsbezeichnungen (Foto: Florian Glatter)Unter dem Motto "Ohne uns ist Stille" haben die Teilnehmer ihre eigenen Berufsfelder zu Boden gelegt. Danach ertönte ein lauter Herzschlag aus den aufgestellten Lautsprecherboxen. Laut Branche sind die aktuellen Hygieneauflagen betriebsschädigend. Da nicht jeder Stuhl besetzt werden darf, seien Veranstaltungen derzeit finanziell nicht tragbar.

Ernster Protest mit Witz und Albernheiten

Comedian FrauAndrea alias Andrea MüllerKomikerin Andrea Müller alias FrauAndrea (Foto: Florian Glatter)Viele Künstler haben in den vergangenen Monaten versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Comedian FrauAndrea (eig. Andrea Müller) hatte unter anderem eine neue Kunstfigur namens Renate entwickelt. Damit versucht die 46-Jährige sich in Pandemiezeiten zu vermarkten und hofft, dass nach der Krise wieder viele Aufträge folgen werden.