Das Coronavirus legt viele Teile in Sachsen lahm. Und trotzdem muss es irgendwie weiter gehen - im Supermarkt, Wasserwerk oder Kraftwerk zum Beispiel. Welche Regeln gelten hier und wie wird die Situation gemeistert?

Es dampft und dampft und dampft. Das Kraftwerk Boxberg läuft auf Hochtouren - der aufsteigende Dampf aus den Kühltürmen beweist es. Auf das Gelände darf ich leider nicht. Das ist die neue Sicherheitsvorschrift. Nur Mitarbeiter und Servicekräfte dürfen das Kraftwerk noch betreten. Es wirkt nahezu gespenstig, wenn man auf das riesige Gelände blickt und keine Menschenseele sieht.

Logo LEAGDer Kraftwerksleiter gibt mir einen Einblick, wie es im Innern des Kraftwerks ungefähr aussieht. Wichtig sei dem Betrieb vor allem, die Mitarbeiter so gut es geht zu trennen. Die Schichtübergaben finden beispielsweise durch eine Glasscheibe statt. Auf Schriftverkehr wird weitgehend verzichtet. In der Kantine ist die Situation wohl am skurrilsten. Die Mitarbeiter essen alleine und an Einzeltischen. Nur das Kantinenpersonal muss auf den vorgeschriebenen Abstand von zwei Metern ab und zu mal verzichten. Sonst wäre das Arbeiten in der Küche nicht möglich. Mitarbeiter, die Ängste hatten oder sich unwohl fühlten, können zu Hause bleiben. In der Verwaltung arbeiten viele Mitarbeiter nur noch im Home-Office. Nur, für den Betrieb eines Kraftwerkes braucht es Personal vor Ort. Nur Home-Office ist also nicht möglich. Das weiß auch der Kraftwerkschef und sagt, auch dafür gebe es einen Plan.

Notfallplan A: Isolation

Um die Stromversorgung zu sichern, stehen bereits Feldbetten, kleine Beutel mit dem Nötigsten (Zahnpasta, Schlafsachen) und ein extra Aufenthaltsraum bereit. Die Mitarbeiter werden auf diesen Ernstfall vorbereitet. Ziel sei es, eine Belegschaft am Standort bereitzuhalten, für den Fall, dass sich das Virus weiter ausweitet.