Zugegeben - die Idee, künftig auch Mountainbike-Touristen mit Kusshand in Sachsen zu begrüßen, finde ich toll! Tourismus muss an allen Seiten gestärkt werden. Und wenn dann noch das Radfahren allgemein profitiert ist das großartig! Allerdings überzeugen mich die Pläne null.

Was ist passiert?

Der Freistaat Sachsen hat in den letzten Monaten eine Mountainbike-Fachplanung erarbeiten lassen. Für etwa 70.000 Euro. Auf 150 Seiten soll nun stehen, was die Mountainbike-Landschaft in Sachsen derzeit auszeichnet und was noch passieren muss. Die Betonung liegt aber auf "soll". Denn zu finden ist davon nur wenig. Stattdessen große Parolen und hoch gesetzte Visionen. Die Realität sieht derzeit aber anders aus.

Denn zum Beispiel kämpfen die Dresdner Heide und auch der Nationalpark Sächsische Schweiz gerade mit Mountainbikern. Vor allem Einheimische brettern durch die Landschaft - auf der Suche nach immer neuen Routen (sog. Trails) und Abenteuern. Dabei hinterlassen sie oft wüste Waldwege zurück, zerhacken Baumwurzeln oder legen sich spezielle Schanzen und Pisten an. Der Schaden für die Natur ist immens.

Darauf fokussiert hat sich die Fachplanung allerdings nicht. Stattdessen konzentriert man sich auf den Ausbau der vorhandenen Angebote. Und will eine Beratungsstelle einrichten. Die wird allerdings nicht vom Sächsischen Kultur- und Tourismusministerium betrieben, sondern nur durch die Behörde finanziert. 100.000 Euro fließen dafür an ein Leipziger Unternehmen. Jährlich. Vorzuweisen ist derzeit noch nicht einmal eine Internetseite oder eine eigene eMailadresse. Und von den Problemen in der Dresdner Heide oder dem Nationalpark wollten die Verantwortlichen beim Pressetermin auch erst mal nichts wissen.

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