FLORIAN GLATTER

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Rund 1.000 sächsische Landwirte haben heute die Straßen in Dresden mit Traktoren blockiert. Der Protest richtete sich gegen die aus Sicht der Bauern zu strengen Vorgaben der Politik. Auf Deutsch: Die Bauern würden ja gerne - also fair und nachhaltig produzieren, aber, sie können es laut eigener Aussage nicht. Die Regeln seien zu streng und "ideologische Wunschvorstellungen" seien "nun mal nicht zu erfüllen".

Florian Glatter begleitet den Bauernprotest in DresdenBauernprotest DresdenSo richtig glauben kann ich den Bauern da irgendwie doch nicht. Einer redet sogar davon, dass er Glyphosat einsetzen will - und zwar möglichst so wie es ihm beliebt. Nun ja, die Meinung der Wissenschaftler geht bekanntlich immer auseinander, aber als Konsument kann ich den Ansichten da nicht zustimmen. Für mich gehören Kontrollen in Sachen Landwirtschaft einfach dazu. Und strenge Vorgaben eben auch. Schließlich produzieren die Bauern hier Lebensmittel, die wir dann alle einkaufen können. Aber genau das muss den Bauern dann auch zugutekommen. Heißt im Endeffekt - faire Preise und keine Dumping-Ware. Auch das sagen die Bauern immer wieder. Sie fühlen sich als Sündenbock einer Gesellschaft. Zuerst hieß es immer nur produzieren was das Zeug hält. Dann merkte man aber, dass der Boden überlastet oder das Grundwasser versucht ist. Und nun?

Bauern haben einige Vorschläge

Florian Glatter war bei den Bauernprotesten in Dresden dabeiBauernprotest Dresden

Es gibt da eine (wenn auch kleine) Idee der Bauern. Zugegeben, das Thema ist komplex und man muss an vielen Stellen nachhelfen. Aber im Kern geht es um unser Grundwasser. Das ist, wie auch die Bauern zugeben, teilweise stark nitratbelastet. Aber eben nur teilweise. Doch die Messstellen sagen da etwas anderes. Deswegen soll eine verschärfte Düngemittel-Verordnung das Düngen auf den Feldern weiter einschränken. Das finden die Bauern dann gar nicht gut und fühlen sich, als würde man sie alle unter Generalverdacht stellen. Stattdessen fordern sie, dass in die Nitratuntersuchungen künftig auch die Ergebnisse von privaten Messstellen einfließen. Davon gibt es rund 500 Stück in Sachsen. Zum Vergleich: Öffentliche, also vom Freistaat finanzierte und kontrollierte Nitratmessstellen, gibt es derzeit nur 37. Die Bauern erhoffen sich dadurch ein differenziertes Bild und keinen "Generalverdacht". Dadurch könnten die Regelungen in manchen Gebieten strenger werden als anderswo. Für die Bauern wäre das dann nur gerecht, wenn die benachteiligten Landwirte auch Entschädigungen erhalten.

Auf einer Kundgebung im Anschluss des Protests haben führende sächsische Politiker Gesprächsbereitschaft signalisiert. Wenn die keine Ergebnisse bringen, wollen die Bauern weiter streiken. Viele Autofahrer hätten damit kein Problem.

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